Anne-Frank-Weg

benannt 1960

Anne Frank (geboren am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main, gestorben im März 1945 im KZ Bergen-Belsen).
Die jüdische Familie Frank emigrierte 1933 nach Amsterdam, tauchte 1942 dort unter, wurde am 1. August 1944 entdeckt, verhaftet und in ein Konzentrationslager verbracht. Einziger Überlebender der Familie war Annes Vater, der nach seiner Rückkehr im Hinterhaus-Versteck das ergreifende Tagebuch seiner Tochter fand, dem sie ihre Erlebnisse anvertraut hatte. „Das Tagebuch der Anne Frank“ erschien nach Kriegsende zunächst in Holland, dann auch in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern.



Bergiusweg

benannt 1960

Friedrich Bergius (geboren 1884 in Goldschmieden bei Breslau, Schlesien [heute Wroclaw-Zlotniki, Polen], gestorben 1949 in Buenos Aires, Argentinien), Chemiker. Erfand in Zusammenarbeit mit Matthias Pier(1882-1965) das Bergius-Pier-Verfahren zur Herstellung flüssiger Kohlenwasserstoffe aus Kohle sowie ein Verfahren zur Umwandlung von Holz in Zucker. Bergius und Carl Bosch (1874-1940) erhielten 1931 den Nobelpreis für Chemie „für ihre Verdienste um die Entdeckung und Entwicklung der chemischen Hochdruckverfahren“.



Bonhoefferweg

benannt 1960

Nach den in Breslau geborenen Brüdern Dietrich Bonhoeffer (geboren 1906, gestorben 1945), evangelischer Theologe, Direktor des Predigerseminars der Bekennenden Kirche, und Klaus Bonhoeffer (geboren 1901, gestorben 1945), Rechtsanwalt, die beide als Widerstandskämpfer von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden.



Delpweg

benannt 1960

Alfred Delp (geboren am 15. September 1907 in Mannheim, hingerichtet am 2. Februar 1945 in Berlin), Jesuit, katholischer Theologe und Soziologe.
Arbeitete seit 1942 in der Widerstandbewegung des Kreisauer Kreises mit am Entwurf einer christlichen Sozialordnung. Wurde als Gegner des Nationalsozialismus im Juli 1944 verhaftet, vom Volksgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.



Ehrlichweg

benannt 1960

Paul Ehrlich (geboren am 14. März 1854 in Effelter, Oberfranken, gestorben am 20. August 1915 in Bad Homburg vor der Höhe, Hessen).
Ab 1899 Direktor des von ihm gegründeten Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt am Main, Serumforscher und Begründer der Chemotherapie, erhielt 1908 zusammen mit Elias Metschnikow den Nobelpreis für Medizin.



Europaplatz

benannt 1960

Zur Förderung der europäischen Einheitsidee.



Fasanenhofstrasse

benannt 1960

Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg errichtete 1730 auf der vormaligen Gemarkung Kleinaichen eine Fasanerie zur Aufzucht von Jagdfasanen. 1783 ließ Herzog Karl Eugen in unmittelbarer Nähe ein Lustschlösschen bauen. 1799 wurde das ganze Areal an Privatleute verkauft; 1854 erwarb es die Hofkammer zurück. Die heutige Fasanenhofsiedlung wurde 1960 bis 1965 erstellt.



Freytagweg

benannt 1960

Gustav Freytag (geboren am 13. Juli 1816 in Kreuzburg, Schlesien, gestorben am 30. April 1895 in Wiesbaden), Kulturhistoriker und Schriftsteller.
Am bekanntesten sind seine Romane „Soll und Haben“ und „Die Ahnen“.



Genfer Weg

benannt 1960

Stadt Genf (französisch: Genève) in der Schweiz, liegt am Ausfluss der Rhone aus dem Genfer See, 170 000 Einwohner.



Giescheweg

benannt 1960

Georg von Giesche (geboren 1653, gestorben 1716).
Gründer der schlesischen Bergwerksgesellschaft, wurde 1712 in den böhmischen Ritterstand aufgenommen.



Graf-von-Galen-Straße

benannt 1960

Clemens August Graf von Galen (geboren am 16. März 1878 in Dinklage, gestorben am 22. März 1946 in Münster, Westfalen).
Ab 1933 Bischof von Münster, trat entschieden gegen die Rassen- und Kirchenpolitik der Nationalsozialisten auf. 1946 wurde er zum Kardinal erhoben.



Heigelinstraße

benannt 1975

Karl Ludwig Heigelin (geboren 1776, gestorben 1804) Kanzleiadvokat.
1799 bis 1804 erster bürgerlicher Eigentümer des Fasanenhofs.



Holteiweg

benannt 1960

Karl von Holtei (geboren am 24. Januar 1798 in Breslau, gestorben am 12. Februar 1880 in Breslau), Schriftsteller und Schauspieler.
Holtei war 1837 bis 1839 Theaterdirektor in Riga und schrieb neben zahlreichen Theaterstücken schlesische Gedichte, Romane ums Theater und eine achtbändige Autobiographie.



Janusz-Korczack-Weg

benannt 1980

Janusz Korczack, eigentlich Henryk Goldszmit (geboren am 22. Juli 1878 in Warschau, gestorben 1942 im KZ Treblinka), Kinderarzt und Schriftsteller.
Korczack leitete in Warschau ein jüdisches Waisenhaus und ein Kinderheim für verwahrloste und verwaiste Arbeiterkinder, seit der deutschen Besatzung ein Heim im Warschauer Ghetto. Korczack begleitete freiwillig einen Kindertransport ins Vernichtungslager Treblinka. 1972 erhielt er posthum den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.



Kurt-Schumacher-Straße

benannt 1960

Kurt Schumacher (geboren am 13. Oktober 1895 in Culm/Westpreußen, gestorben am 20. August 1952 in Bonn), Politiker.
Als Soldat verlor Schumacher im Ersten Weltkrieg einen Arm. Er studierte Jura und Nationalökonomie, schloss das Studium mit der Promotion ab und wurde 1918 Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats. Ab 1920 war er Redaktionsmitglied bei der sozialdemokratischen „Schwäbischen Tagwacht“ in Stuttgart. 1924 bis 1931 gehörte Schumacher dem Landtag an. Seine Artikel und Reden waren eine scharfe Abrechung und Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Nazismus. 1930 wurde er in den Berliner Reichstag gewählt. Auch dort fiel er durch seine kämpferischen Reden schnell auf. Er sagte, der Nationalsozialismus sei der „Appell an den inneren Schweinehund im Menschen“. Nach Hitlers Machtergreifung konnte er nur wenige Monate in der Illegalität politisch wirken. Im Juli 1933 wurde er verhaftet. Über zehn Jahre lang dauerte sein Leidensweg durch verschiedene Konzentrationslager. Im September 1944 wurde er, körperlich ruiniert, endgültig entlassen. Nach 1945 wurde er der unumstrittene Führer der SPD in der Bundesrepublik, im Mai 1946 zum Vorsitzenden gewählt. Er widersetzte sich entschieden einer Vereinigung von SPD und KPD. Die Adenauer´sche Politik der Westintegration der Bundesrepublik lehnte Schumacher aus einer nationalstaatlichen Orientierung heraus ab. Sein Leitbild war die Wiederherstellung der nationalen Einheit in einer freiheitlich-demokratischen Verfassung. Die Leitsterne seiner politischen Arbeit waren „sein Gerechtigkeitsgefühl, seine demokratische Überzeugung und sein Wille, dem deutschen Volk einen Platz unter den freien Völkern in voller Gleichberechtigung zu erkämpfen“, so Erwin Schoettle in einem Nachruf.



Laubeweg

benannt 1960

Heinrich Laube (geboren am 18. September 1806 in Sprottau, gestorben am 1. August 1884 in Wien), Schriftsteller, Kritiker und Theaterleitung.
Laube war 1848/49 Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, 1849 bis 1867 Leiter des Wiener Burgtheaters, anschließend Leiter zunächst des Leipziger, dann bis 1879 des Wieners Stadttheaters. Neben historischen Romanen und Novellen verfasste er auch Bühnenwerke, so das Schillerdrama „Die Karlsschüler“ (1846).



Lilo-Herrmann-Weg

benannt 1971

Lilo (Liselotte) Herrmann (geboren 1909 in Berlin, hingerichtet am 20. Juli 1938 in Plötzensee), Widerstandskämpferin gegen das Naziregime.
Lilo Herrmann studierte 1929 bis 1931 Chemie qan der Technischen Hochschule Stuttgart, gehörte dem Kommunistischen Jugendverband an und lebte in Stuttgart, nachdem sie 1933 von der Berliner Universität relegiert worden war. Sie war im Widerstand der KPD im Untergrund aktiv. Sie arbeitete zuletzt als Stenotypistin im Ingenieurbüro ihres Vaters. Josef Steidle, KPD-Mitglied und maßgeblicher Leiter der Untergrundaktivitäten, übergab ihr die Kopie des Lageplans einer Munitionsanlage in der Nähe von Celle. Sie versteckte diese in ihrem Zimmer hinter dem Spiegel. 1935 wurde Lilo Herrmann von einem Spitzel denunziert; die Polizei fand den Plan und verhaftete sie am 11. Februar 1936. In einem geheim gehaltenen Prozess vom 8. bis 11. Juni 1937 wurde sie vom zweiten Senat des Stuttgarter Volksgerichtshofs wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Es war das erste politische Todesurteil gegen eine Mutter im nationalsozialistischen Deutschland – Lilo Herrmann hatte einen vierjährigen Sohn. Ein Stuttgarter Häftling floh nach seiner Entlassung in die Schweiz und verbreitete die Nachricht. Daraufhin erhob sich in Westeuropa und Skandinavien ein Sturm des Protestes. Auch in Deutschland wurden Flugblätter verteilt, die eine Begnadigung forderten. Hitler lehnte ihr Gnadengesuch ab. Am 20. Juli 1938 wurde Lilo Herrmann, unter anderem mit Josef Steidle, in Berlin-Plötzensee hingerichtet.



Logauweg

benannt 1960

Friedrich Freiherr von Logau (geboren im Juni 1604 in Brockut, Schlesien, gestorben am 24. Juli 1655 in Liegnitz), Dichter.
Veröffentlichte 1638 und 1654 unter dem Pseudonym Salomon von Golaw zwei umfangreiche Sammlungen satirischer Epigramme, die jahrhundertelang gern zitiert wurden.



Lohäckerstraße

benannt 1972

Der Flurname bezeichnet Äcker, die nach der Rodung eines lichten Wäldchen („Loh“) angelegt wurden.



Markus-Schleicher-Straße

benannt 1960

Markus Schleicher (geboren 1884 in Mögglingen, gestorben 1951 in Stuttgart). Gewerkschaftsführer und Vorsitzender des DGB-Landesbezirk Württemberg.



Sautterweg

benannt 1960

Karl Sautter (geboren 1872 in Biberach an der Riß, gestorben 1960 in Stuttgart). 1920 bis 1933 Staatssekretär im Reichspostministerium. Nach 1945 maßgeblich für den Wiederaufbau des Post- und Fernmeldedienstes tätig.



Solferinoweg

benannt 1960

Nach der Schlacht bei Solferino (1859), einem italienischen Dorf in der Provinz Mantua, unter deren Eindruck Henri Dunant 1863 das Rote Kreuz gründete.



Theophil-Wurm-Strasse

benannt 1960

Theophil Wurm (geboren 1868 in Basel, gestorben 1953 in Stuttgart).
1933 bis 1949 Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg und 1945 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Wurm wandte sich als einer der Wortführer der „Bekennenden Kirche“ gegen die Totalitätsansprüche des Dritten Reiches und setzte sich mutig für die innere und äußere Freiheit des christlichen Bekenntnisses ein.



 

Quelle:

„Die Stuttgarter Straßennamen“ Silberburgverlag
Herausgeber Landeshauptstadt Stuttgart