Wir möchten der Familie des Verstorbenen unser größtes Mitgefühl aussprechen, es ist unfassbar, dass ein Mensch einem Anderen so etwas antun kann und das Leben einer ganzen Familie zerstört.

Wir fühlen auch mit den Bewohnern und Besuchern unseres Stadtteils, vor allem mit den Kindern, die wie wir durch das Drama am 31. Juli erschüttert wurden und den gewaltsamen Tod eines Menschen womöglich mitansehen mussten.

Seit vielen Jahren leben Bürger unterschiedlichster Herkunft im Fasanenhof friedlich zusammen, ja wir pflegen eine lebendige Nachbarschaft mit unzähligen Veranstaltungen und hohem bürgerschaftlichem Engagement in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Ein solches Drama haben wir seit Bestehen unseres Stadtteils, Gott sei Dank, noch nie erleben müssen.

Wir lassen uns nicht kriminalisieren und als Bewohner des Fasanenhofs diskriminieren. Diese schreckliche Beziehungstat ist rein zufällig in unserem Stadtteil passiert, es hat niemand vorhersehen und verhindern können.

Wir sind und bleiben ein offener, multikultureller und friedliebender Stadtteil mit einer für Stuttgart sehr niedrigen Kriminalitätsrate.

 

Der Vorstand des Bürgervereins Fasanenhof - Hier leben wir e.V.

www.fasanenhofschule-stuttgart.de

Die Besonderheiten von Stadtteilen im Umland von Großstädten stärken – das ist die gestellte Aufgabe der Projektgruppe „Kurz hinter Kassel“ der Universität Kassel, bestehend aus zwanzig Bachelorstudierenden der Stadt- und Regionalplanung. Die Studierenden sahen sich auf ihrer Exkursion nach Stuttgart nun den Stadtteil Fasanenhof an und diskutierten die Eigenheiten und den Charakter des Ortsteils gemeinsam mit dem Bürgerverein Fasanenhof – Hier leben wir e.V.

Im Vordergrund des Besuchs zu Beginn des Sommersemesters standen Maßnahmen, die mit Fördermitteln der Städtebauförderung umgesetzt werden konnten, stadträumliche Probleme und Gefahren, die die Mitglieder des Bürgervereins in ihrer Nachbarschaft und der potentiellen Entwicklung ihres Stadtteils sehen. Mittels einer Stadtteilführung, geleitet von Mitgliedern des Bürgervereins, wurden verschiedene Projekte und Herausforderungen des Fasanenhofs besprochen. So waren der alte und nun wiederbelebte Fasanengarten, die Lärmschutzwand der Autobahn, die Backstube und das neue Kinder- und Jugendhaus Ziele der Gruppe. Die verschiedenen Bauformen, Fragen zur Eigentümerstruktur und Probleme der räumlichen Struktur und Wegeverbindung wurden entlang des Weges konkret besprochen. Fragen zum ehrenamtlichen Engagement des Vereins, den räumlichen Projekten, dem sozialen Zusammenleben, Zukunftsvisionen und persönlichen Anliegen konnten in den Räumen des Bürgervereins diskutiert werden. Selbst kritische und fachbezogene Fragen wurden ausführlich beantwortet und plastisch erklärt. Aufgrund der unterschiedlichen Interessen der Vereinsmitglieder und der langen Wohndauer der Mitglieder konnten viele Blickwinkel und Eindrücke aufgezeigt, die Geschichte der Satellitenstadt lebendig beschrieben und einige Ziele des Vereins erläutert werden. Die Studierenden erkannten, welche zentrale Rolle ein Bürgerverein bei der Stadtentwicklung innehaben kann. Eine Beteiligung und Zusammenarbeit mit Bewohnern kann bereichernd auf den Planungsprozess wirken und steigert häufig das Planungsresultat. Dabei wurde auch aufgezeigt, dass die Beteiligung aller Bewohner eines Stadtteils in den Planungsprozess häufig nicht einfach sei. Projektleiter Carsten Pieper kommentierte, dass „die Beteiligung aller sozialer Gruppen in vielen Fällen schwierig ist; trotzdem muss sie gefördert werden. Auch die Nichtteilnahme an Partizipationsformaten sollte nicht dazu führen, dass die Interessen der Nichtteilnehmenden als nichtexistent gewertet werden.“ Eindrücke von Herausforderungen und Lösungen im Fasanenhof wurden im Rahmen des Planungsprojekts bis zuletzt mit Fragestellungen von Städten im Kassler Umland verglichen.

Ihr Carsten Pieper