Bürgerverein Fasanenhof - Hier leben wir e.V.
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 0711 / 65227122

Die Infoveranstaltung war schlicht eine Infoveranstaltung zu einem frühen Zeitpunkt. Zwar kam sie ein Jahr später als angekündigt, dies war aber Corona geschuldet. Aus unserer Perspektive kann die Veranstaltung als erster Schritt betrachtet werden, das Versprechen der Stadtverwaltung aus der Einwohnerversammlung vom 8. Juli 2019 einzulösen: Das weitere städtebauliche Vorgehen mit Beteiligung der Bewohner:innen zu gestalten.

Im Rahmen der Veranstaltung haben insbesondere die beiden Baugesellschaften (DIBAG für den Logauweg und Siedlungswerk für den Delpweg) anhand ausgewählter bisheriger Projekte ihre Vorstellungen und Vorgehensweisen beim Bau von Wohnungen dargestellt. Gegenstand waren aufgrund des sehr frühen Zeitpunkts weder konkrete Pläne für die jeweiligen Flächen noch konkrete Zahlen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde indes schnell klar, dass sowohl die Präsentation des Siedlungswerks im Gestaltungsbeirat als die häufig genannte Anzahl der Wohnungen (200 – 250) am Logauweg allenfalls allererste Vorüberlegungen waren. Inwiefern und in welcher Art und Weise auf den Flächen gebaut werden soll, soll jeweils ein Wettbewerbsverfahren zeigen. Beide Wettbewerbsverfahren sollen 2022 gestartet werden. Was zum jetzigen Zeitpunkt konkret benannt wurde war, dass am Delpweg sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen und am Logauweg Mietwohnungen und eine Pflegeeinrichtung errichtet werden sollen.

Zum Zeitpunkt der Veranstaltung lagen weder Lärm- noch klimatologische bzw. Umweltgutachten für die Flächen vor. Entsprechend wurden auch keine konkreten Aussagen zur Lärmbelastung oder den klimatologischen Auswirkungen vorgestellt. Die erforderlichen Gutachten sollen im weiteren Verfahren erstellt und kommuniziert werden. Sie stellen dann eine wichtige Grundlage für die weitere städtebaulichen Planungen insbesondere am Logauweg (Kaltluftproduktionsfläche) dar.

Im Rahmen der Infoveranstaltung wurden von der Stadt zwei Bürgervertreter:innen benannt, die in beratender Funktion in der Jury der Wettbewerbsverfahren teilnehmen sollten. Bürgervertreter sind zum einen Ulrich Klingele vom Stadtseniorenrat und zum anderen Dr. Eckhard Benner vom Bürgerverein Fasanenhof. Die beiden Bürgervertreter besitzen in den Jurys kein Stimmrecht, sie sind also nur beratend tätig. Die Entscheidungen der Jurys werden von Vertreter:innen der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und von in die Jury berufenen Experten getroffen. Diese Vertreter:innen stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Im Vorgriff auf die Wettbewerbsverfahren ist jetzt ein guter Zeitpunkt die eigenen Anliegen zu den Bauvorhaben einzubringen! Im Rahmen der Veranstaltung wurden schon folgende genannt:

  • mehr Wohnraum für junge Familien

  • inklusiver Wohnraum für Familien mit Kindern

  • ein höherer Anteil an Eigentumswohnungen

  • eine Einrichtung für den Austausch der Kulturen

  • Ausweichwohnungen für die Bewohner:innen des Laubewegs 1 anlässlich dessen notwendiger Sanierung

  • uneingeschränkter Bestandsschutz für den 1. SV Fasanenhof.

 

Jetzt ist der Gemeinderat gefragt!

Die Stadtverwaltung hat auch ihre Vorstellung von einer Gesamtbetrachtung des Fasanenhofs vorgestellt. Diese Gesamtbetrachtung kann mit der Forderung aus der Bürgerempfehlung zum Bauvorhaben „Ehrlichweg“ nahezu gleichgesetzt werden. Gemeinsam mit den Bewohner:innen möchte die Stadtverwaltung die Bedarfe des Stadtteils erheben und Umsetzungsmöglichkeiten erarbeiten. Für dieses Beteiligungsverfahren benötigt die Stadtverwaltung allerdings noch die erforderlichen finanziellen Mittel, die ihr vom Gemeinderat bewilligt werden müssen. Es ist also jetzt am Gemeinderat, einen entsprechenden Antrag einzubringen und schnellstmöglich zu beschließen, damit dieses wichtige Beteiligungsverfahren noch vor der Umsetzung der Bauvorhaben starten und Ergebnisse hervorbringen kann!

 

Wir berichten weiterhin an dieser Stelle!

Die Präsentationsfolien der Veranstaltung finden Sie unten angehängt.
Hinweis: Die Folien sind urheberrechtlich geschützt, sie sind nur zur Veröffentlichung auf der Homepage des Bürgervereins gedacht. Sie dürfen ohne Zustimmung der Urheber nicht weitergegeben bzw. weiterverwendet werden.

 

Attachments:
FileDescriptionFile size
Download this file (20210928_Präsentation aller ReferentInnen_Homepage Bürgerverein.pdf)20210928_Präsentation aller ReferentInnen_Homepage Bürgerverein.pdf 7376 kB

Nachverdichtung durch Bau zusätzlicher Wohnungen ist ein steter Begleiter des Fasanenhofs. Sie kritisch zu begleiten und uns auch so für eine positive Weiterentwicklung des Fasanenhofs einzusetzen, ist uns ein zentrales Anliegen

Für uns bedeuten neue Wohnungen im Fasanenhof stets Chance und Risiko zugleich. Sie sind für alle Junge und Ältere, die gerne auf dem Fasanenhof bleiben oder hinzukommen möchten, eine Chance. Sie sind ein Risiko, wenn die neue Wohnbebauung nicht in das städtebauliche Konzept des Fasanenhofs passt.

Mit dem Fasanenhof sollte bewusst ein reines Wohngebiet „abseits der Arbeitsstätten“ entstehen. Dabei stand eine „bestmögliche Besonnung“ der Wohnungen im Vordergrund. Die Gebäudegruppen wurden so abwechselnd in Höhe und Zuordnung gestellt, dass keine monotone Reihungen, sondern lebendige, räumliche Gruppierungen gebildet wurden. Die Freiraumgestaltung konzentrierte sich auf die Abschottung der Bebauung gegen die Autobahn A8. Ziel war es, eine „grüne Wohnsiedlung im Grünen“ entstehen zu lassen, die „wie eine Oase der Ruhe durch hohe bewachsene Lärmschutzwälle“ gegen den Verkehrslärm abgeschirmt ist. Bei der Erstellung wurden rund 1.200 Bäume gepflanzt. Als „grüne Mitte“ der Siedlung wurde ein in Ost-West-Richtung verlaufender Grünzug geschaffen. (vgl etwa Hafner in Simon, C.; Hafner, T. (Hg) 2002: WohnOrte : 50 Wohnquartiere in Stuttgart von 1890 bis 2002. Stuttgart : Krämer.)

Bauliche Ergänzungen erfuhr der Fasanenhof bereits in den 70er und 90er Jahren (z.B. Geschosswohnungsbau an der Lohäckerstraße und die 24 Reihenhäuser im Rahmen des Programms „preiswertes Wohneigentum“ in der Fasanenhofstraße) und später durch weitere Nachverdichtungen an der Kurt-Schumacher-Straße, am Solferinoweg und bei der Neugestaltung des Europaplatzes. Besaß der Fasanenhof bei seiner Erstellung zwischen 1962 und 1965/67 2.866 Wohneinheiten, so sind es heute mehr als 3.600 Wohneinheiten.

Die Bedeutung, die das städtebauliche Konzept für die Bewohnerinnen und Bewohner stets hatte und heute weiterhin hat, zeigt eindrücklich und nicht zuletzt die Bürgerempfehlung von 2016 mit ihre 15 Grundsätze für eine angemessene Weiterentwicklung des Fasanenhofs.

Aktuell begleiten wir in unserem Arbeitskreis „Wohnen und Infrastruktur“ die folgenden drei Nachverdichtungsvorhaben kritisch-konstruktiv:

Auch die Studie über Wachstumspotentiale im Filderraum haben wir im Blick.

Wir bleiben dran!


Ansprechpartner:

Dr. Eckhard Benner

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!