Bürgerverein Fasanenhof - Hier leben wir e.V.
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Am 16.03 2022 hat die Stadtverwaltung im Bezirksbeirat Möhringen den aktuellen Stand der Bauvorhaben im Quartier Ehrlichweg vorgestellt. Dieser stellt sich wie folgt dar:

  • Die Flüwo ist aus der Nachverdichtung ausgestiegen. Auf deren Gelände wird es kein Bauvorhaben geben. Dadurch fallen weitere drei Gebäude aus dem Vorhaben raus.
  • Die hypothetischen Gebäude am Sautterweg auf der Garagenfläche des Salute waren aus dem Ideenteil ebenfalls gestrichen. Jetzt soll deren Wiederaufnahme in den Plan erneut geprüft werden.
  • Nachdem ein Gebäude auf dem Gelände der Friedenau wegfallen ist, wird das dort verbliebene Wohngebäude in größerer Dimension in die Planung eingehen. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes soll Quartierdienendes untergebracht werden.
  • Es werden Tiefgaragen geplant.

 

Die Planung umfasst damit derzeit:

  • ein Wohngebäude auf der Garagenfläche der VDK am Ehrlichweg
  • drei Wohngebäude auf den Garagenflächen der GWF am Ehrlichweg
  • vier Gebäude auf der Grünfläche der Friedenau und der Postbau am Bergiusweg

 

Und so soll es weitergehen:

  • Ehrlichweg: 2022 die Planungen der Baugenossenschaften und das Bebauungsplan-Verfahren werden weitergeführt. Das könnte 2-3 Jahre dauern.
  • Delpweg: Der Kirchenumbau soll zwischen 2022 und 2024 erfolgen, 2022 wird es ein Wettbewerbsverfahren zur Wohnbebauung geben, auf dem angrenzenden Gelände wird 2022/2024 die Schulerweiterung geplant,
  • Bonhoefferweg: Die Planungen für das Gelände (Pavillions) an der ev. Kirche beginnen. Das Bebauungsplan-Verfahren wird ca. 3 Jahre in Anspruch nehmen
  • Logauweg: 2022 wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, auf deren Basis es 2022/2023 ein Wettbewerbsverfahren zur möglichen Bebauung geben soll (zeitversetzt zu Delpweg), Der Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplan-Verfahren ist für 2023 geplant. Daran schließt sich die Ausarbeitung des Bebauungsplans an (ca. 3 Jahre).
  • Städtische Fläche am Ehrlichweg: Die Planungen der Bebauung beginnen. Bis 2026 stehen dort Systembauten. Denkbar sind Zwischennutzungen (wie z.B. Gemeinschaftsgärten, Urban Gardening), die Gegenstand der Gesamtbetrachtung sein können.

 

Die "Gesamtbetrachtung Fasanenhof" beginnt.

Die Gesamtbetrachtung dient der positiven Unterstützung der städtebaulichen Weiterentwicklung und der Definition von städtebaulichen Rahmenbedingungen für künftige Entwicklungen. Das bedeutet konkret: Es geht darum, die Ideen und Bedarfe, die die Fasanenhoferinnen und Fasanenhofer für den Stadtteil sehen, einzubringen, um sie selbst umsetzen zu können. Beispielsweise: Braucht es Räume für Familienfeiern? Dauerhafte Flächen für Gemeinschaftsgärten? Barrierefreie Wege? etc. Hier sind den Ideen erst einmal keine Grenzen gesetzt. 

Mittlerweile wurde ein Begleitgremium eingerichtet. In diesem Gremium nehmen zwei Bürgervertreter teil. Es dient der Beratung und des Informationsaustauschs anstehender städtebaulicher Vorhaben. Über die Bürgervertreter werden die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner in die Beratungen des Begleitgremiums eingebracht.

 

Der Bürgerverein ist also im Begleitgremium vertreten. Im Rahmen unserer offenen Bürgertreffs werden wir über aktuelle Sachstände informieren und Ideen, Anliegen sammeln und diskutieren. Bringen Sie sich ein! Unser nächster offener Bürgertreff ist am 26. März von 10:00 bis 12:00 Uhr (Europaplatz 26A).

 

 

 

 

 

Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand sollen im Quartier rund um den Ehrlichweg folgende Bauten mit dem nun gefassten Aufstellungsbeschluss zur Erstellung eines Bebauungsplans möglich gemacht werden: Sechs vierstöckige Punkthäuser direkt am Ehrlichweg und ein fünfstöckiges Punkthaus („der Turm“) an der Kurt-Schumacher-Straße zwischen Flüwo und SWSG. Zudem sind am Bergiusweg/Sautterweg zwei so genannte Baufenster vorgesehen. Wie viele Gebäude dann dort gebaut werden können, hängt von der Größe der Baufenster ab. Es könnte sein, dass dort statt der bisher fünf vorgesehenen nur vier Gebäude erstellt werden. Genaueres wird zu erfahren sein, wenn der Plan in seiner jetzt beschlossenen Fassung veröffentlicht ist. Mit seinem am 28. Juli gefassten Beschluss ist der zuständige Ausschuss (STA) dem Votum des Möhringer Bezirksbeirats vom 15. Juli nicht gefolgt.

Den jetzt beschlossenen Umfang der Nachverdichtung halten wir weiterhin für nicht verträglich!

Das fünfstöckige Punkthaus an der Kurt-Schumacher-Straße bezeichnen wir nicht umsonst als Turm und gerade nicht als Tor. Ein Tor würde öffnen, ein Turm schließt ab und aus. Für Letzteres steht das Punkthaus. Es wird nach Fertigstellung seine städtebaulich und sozial ausschließende Wirkung auf die drei dahinterliegenden dreistöckigen Wohngebäude voll entfalten. Er wird sie nicht nur um ganze zwei Stockwerke überragen, sondern auch vom ganzen Fasanenhof abschirmen - mit all seinen negativen Auswirkungen auf die Wohn- und Aufenthaltsqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner der drei Wohngebäude. Wir haben alle Entscheidungsträger mehrfach und über verschiedene Wege darauf aufmerksam gemacht (bspw. so) und halten es für zutiefst bedauerlich, dass die Stadtverwaltung dort keine Änderung vorgenommen hat.

Das ursprüngliche Wettbewerbsergebnis sah diesen Punktbau bewusst nicht vor. Im Plan war dort noch eine besondere Grünfläche eingezeichnet. Dieses Ergebnis hatten wir seinerzeit als vertretbaren Kompromiss angesehen.

Jetzt kommt es entscheidend darauf an, dass die diskriminierende Wirkung des Punktbaus durch zu finanzierende sozial-integrative Maßnahmen vor Ort abgemildert wird. Denn die Bewohnerinnen und Bewohner der drei Gebäude haben wenigstens ein Recht auf soziale Integration. Zudem besteht noch leise Hoffnung, dass ein Bebauungsplan, der dieses Punkthaus enthält, weder im Bezirksbeirat noch im STA Zustimmung finden wird. Denn endgültig beschlossen ist noch nichts!

Offen ist derzeit weiterhin, wann die im Architektenplan vorgesehene und jetzt noch dringender erforderliche Aufwertung der Aufenthaltsqualität im Quartier umgesetzt wird. Dazu sieht der Plan eigentlich einen Quartiersplatz und die bauliche Aufwertung des Straßenraums vor. Zudem enthält der Plan die Verlängerung und Aufwertung des Janus-Korczak-Wegs.

Ebenfalls weiterhin offen ist, inwiefern sich nach Abschluss der Nachverdichtung die Parksituation tatsächlich verbessert: Derzeit stehen im Quartier im Schnitt 0,39 private Parkplätze pro Wohnung zur Verfügung. Werden nach Wegfall der bisherigen Stellplätze der Baugenossenschaften die im Raum stehenden 227 Stellplätze von den Baugenossenschaften zur Verfügung gestellt und zugleich 127 neue Wohnungen erstellt, sinkt die Anzahl der privaten Stellplätze pro Wohnung allerdings auf 0,37.

Betrachtet man nun die Ausgangsplanungen der Baugenossenschaften so fand nichtsdestotrotz eine Reduzierung des Nachverdichtungsvorhabens statt. Von den ehemals angedachten elf Punktbauten am Ehrlichweg und der Kurt-Schumacher-Straße sind sechs übriggeblieben. Sicherlich darf dies als Erfolg des Engagements der Bewohnerinnen und Bewohner betrachtet werden. Das bisherige Verfahren hat damit auch gezeigt, dass gelebte Bürgerbeteiligung für Entscheidungsträger zwar auch unbequem und unerquicklich sein kann. Sich dieser zu verschließen beziehungsweise eine Bogen um die Bewohnerinnen und Bewohnern zu machen, wäre aber sicherlich für die Demokratie lebende Stadtgesellschaft Stuttgarts kontraproduktiv. Zumal auch wir mit unserem auf Gespräch, Verständigung und Interessenausgleich setzenden Kurs teils in der Kritik stehen. Was aber nichts daran ändert, dass wir froh sind, in einem Stadtteil zu leben, dessen Bewohnerinnen und Bewohner sich für diesen einsetzen.

Insgesamt machen das Verfahren, sein Ergebnis und die beginnende Planung am Logauweg deutlich, dass es dringend das schon in der Bürgerempfehlung von 2016 geforderte Gesamtkonzept für eine angemessene soziale, ökologische und städtebauliche Weiterentwicklung des Fasanenhofs braucht, an dessen Ausarbeitung alle beteiligt werden.

Wir bleiben dran!

Wie an dieser Stelle berichtet, stand das Nachverdichtungsvorhaben rund um den Ehrlichweg auf der Tagesordnung der STA-Sitzung vom 21. Juli zur Beschlussfassung. Im jetzt veröffentlichten Sitzungsprotokoll heißt es:
Der Ausschuss erzielt nach kurzer Aussprache Einvernehmen darüber, diesen Tagesordnungspunkt auf die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Technik am 28.07.2020 zu vertagen.
Aktuell ist damit also noch nicht über den Umfang der Nachverdichtung rund um den Ehrlichweg entschieden. Diese Entscheidung steht erst am 28. Juli an.
Wir sehen die Verschiebung positiv: Nehmen sich die Ausschlussmitglieder doch noch einmal Zeit, um über den Umfang der Nachverdichtung zu beraten. Es besteht damit die Möglichkeit, den Punktbau an der Kurt-Schumacher-Straße aus dem Vorhaben herauszunehmen und die Anzahl der Gebäude am Bergiusweg zu reduzieren.
Wir – die wir uns für eine Reduzierung der Nachverdichtung ausgesprochen und eingesetzt haben – freuen uns darüber und stehen allen Gemeinderäten gerne für Gespräche - auch vor Ort - zur Verfügung.
 
 

Am vergangenn Mittwoch (15. Juli) hat der Bezirksbeirat über den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan beraten und ihm unter den Maßgaben zugestimmt, dass der zukünftige Bebauungsplan den Punktbau an der Kurt-Schumacher-Straße nicht enthält und die geplante Bebauung am Bergiusweg reduziert wird. Mit dieser Zustimmung setzt sich der Bezirksbeirat erneut - wie schon im Dezember 2018 (unseren Kommentar dazu finden Sie hier...) - für eine verträgliche Nachverdichtung rund um den Ehrlichweg ein. Wir begrüßen dies und bedanken uns an dieser Stelle bei allem Mitgliedern des Bezirksrates ausdrücklich für dieses Ergebnis! Hatten wir uns doch auch im Vorfeld dieser Sitzung für die Änderung des Aufstellungsbeschlusses aktiv eingesetzt.

Wir hoffen sehr, dass sich diesmal der Gemeinderatsausschuss (STA) den Willen des Bezirksbeirats zu eigen macht. Wichtig für die verträgliche Nachverdichtung ist zudem in den Beschluss noch verbindlich aufzunehmen, dass die im Architektenentwurf enthaltene aufwertenden Gestaltung des Quartiers (u.a. Verlängerung des Janusz-Korczak-Wegs, Umgestaltung des Ehrlichwegs) zeitgleich mit dem Bau der Wohnungen erfolgt.

Am kommenden Dienstag (21. Juli) steht der Aufstellungsbeschluss zum neuen Bebauungsplan am Ehrlichweg auf der Tagesordnung des Ausschusses. Auch gegenüber den Mitgliedern des Gemeinderatsausschusses haben wir uns nochmal aktiv für die notwendige Änderung des Aufstellungsbeschlusses eingesetzt. Es bleibt also spannend!

Nach Aussage der Stadtverwaltung wird die Ausarbeitung des neuen Bebauungsplans bis zu drei Jahre dauern. Im Rahmen dieses Verfahrens ist die Öffentlichkeit zu beteiligen. Wir bleiben weiter dran!

Die aktuelle Vorlage des Aufstellungsbeschlusses und der Anlagen finden Sie im Anhang.

 

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